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Aramid-Vlies vs. Silikon-Heizmatte: Materialvergleich für textile Heizelemente
Aramid-Vlies und Silikon-Elastomer werden beide als Trägermaterialien für flexible Heizelemente eingesetzt. Ihre Eigenschaften unterscheiden sich jedoch deutlich, etwa bei Gewicht, mechanischer Belastbarkeit, Temperaturverhalten und Integration in textile oder technische Produkte.
Dieser Beitrag vergleicht gezielt Aramid-Vlies-Heizmatten mit klassischen Silikon-Heizmatten. Im Fokus stehen Materialeigenschaften, technische Grenzen, wirtschaftliche Aspekte und typische Einsatzszenarien in industriellen Anwendungen.
Eine grundlegende Übersicht zu Silikon-Heizmatten, ihrem Aufbau, industriellen Einsatzgebieten und textilen Alternativen finden Sie auf unserer zentralen Themenseite:
Silikon-Heizmatten: Technik und textile Alternativen
Der folgende Vergleich ist als technische Vertiefung zu verstehen. Er hilft bei der Einordnung, wann Silikon als Trägermaterial sinnvoll ist und wann textile Heiztechnologien auf Basis von Aramid-Vlies Vorteile bieten.
Aramidfasern oder Silikon? Diese Inhalte erwarten Sie:
Aufbau und Eigenschaften beider Trägermaterialien
Silikon-Heizmatten
Zur Herstellung von Silikon-Heizmatten werden die Heizleiter in Form von Draht oder Litzen als Heizelement ausgelegt und anschließend in Silikon eingebettet. Dieser Vorgang wird als Vulkanisierung bezeichnet und bedeutet einen erheblichen Energieaufwand, da das Silikon stark thermisch erhitzt werden muss, damit es sich wunschgemäß mechanisch verformt. Heizmatten aus Silikon halten Dauertemperaturen bis 200 °C aus, mit Selbstklebefolie bis 180 °C. Kurzfristig halten sie auch höhere Temperaturen bis 230 °C aus.
Welche Temperaturen eine Heizmatte aus Silikon erreicht, lässt sich nur schwer vorhersagen, da die Temperatur von vielen Einflussfaktoren abhängig ist. So zum Beispiel von der Art und Masse des Guts, welches beheizt wird, von Luftströmungen oder der Umgebungstemperatur. Dabei stellt sich auch die Frage:
Ab welcher Temperatur schmilzt Silikon?
Es gibt unterschiedliche Hitzebeständigkeitsstufen bei Silikon. Normales Silikon hält Temperaturen von -50 °C bis zu 300 °C ohne Probleme aus. In der Industrie kommen auch hitzebeständige Silikone zum Einsatz, welche Temperaturen bis zu 1.500 °C standhalten. Auch wenn Silikone schwer entzündbar bzw. schmelzbar sind, verbrennt Silikon, einmal entzündet, zu einer nicht leitenden Asche. Allein aufgrund von hohen Temperaturen schmilzt Silikon nicht. Gehärtete Reste und Formen können granuliert und als Füllstoff zu neu gemischtem Silikon gegeben werden. Silikon als Werkstoff ist recycelbar, aber als Verbundstoff mit dem Heizelement nur schwer trennbar.
Heizmatten aus Aramidfasern
Die Nutzung von Aramid-Vlies ist vielen bisher nicht bekannt. Daher möchten wir folgende Frage beantworten:
Was ist Aramid?
Aramid ist eine Wortzusammensetzung aus Aromatisches Polyamid, zählt zu den Flüssigkristallpolymeren und wird überwiegend in Form von Fasern verarbeitet. Es wird in drei wesentliche Gruppen unterteilt: meta-Aramide, para-Aramide und para-Aramid-Copolymeren. Alle drei Gruppen zeichnen sich dadurch aus, dass das Aramid eine hohe Hitzebeständigkeit hat bzw. die Fasern flammbeständig sind.
Aramidfasern sind für sehr anspruchsvolle Anwendungen geeignet und werden wegen ihrer flammenhemmenden Eigenschaft häufig in der Feuerbekämpfungsbranche (Herstellung von Feuerwehrkleidung) eingesetzt. Aramid ist nicht nur feuerfest, die Aramidfasern besitzen auch eine hohe Zugfestigkeit, weshalb sie auch häufig für schusssichere Westen (Militär und Polizei) oder zur Panzerung von Einsatzfahrzeugen benutzt werden.
Eine besondere Eigenschaft von Aramid-Vlies ist seine gute Wärmeisolation. Durch den verlegten Heizdraht entsteht eine sehr hohe Wärmeleistung, welche durch das Vlies isoliert wird. Ein großer Vorteil ist hohe Hitzebeständigkeit von Aramid: die sehr hohe Wärmeleistung des Heizdrahts wird durch das Vlies zur Unterseite isoliert. Außerdem ist es nicht brennbar bzw. schwer entflammbar und kann für einen Temperaturbereich bis 200°C verwendet werden.
Kurz gesagt: Aramid-Vlies-Heizmatten sind den Silikon-Heizmatten sehr ähnlich, haben allerdings noch mehr Vorteile. Beispielsweise haben die Aramidfasern eine enorme Zugfestigkeit bei einem sehr geringen Gewicht. Sie bieten eine enorme Leistung und einen sehr hohen Schutz, was sich in einer sehr hohen Festigkeit gegenüber Schlägen, Schnitten und Abrieb zeigt. Embro setzt bei textilen Heizmatten unter anderem auf Aramidfasern, wenn hohe Temperaturbeständigkeit, geringes Gewicht und mechanische Belastbarkeit für die Anwendung entscheidend sind.
3 Nachteile von Silikon-Heizmatten
Hohe Herstellungskosten
Hohes Gewicht
Definierter Materialmix schränkt den Einsatz der Matte ein
3 Vorteile von Silikon-Heizmatten
Schwer entflammbar
Sehr gute Wärmeisolation
Hohe Hitzebeständigkeit
3 Nachteile von Heizmatten aus Aramid-Vlies
Wasser- / Feuchtigkeitsaufnahme
Temperaturstabil bis 200° C
Mäßige UV-Beständigkeit
3 Vorteile von Heizmatten aus Aramid-Vlies
Hohe Schlag- und Reißfestigkeit
Schnitt- und Schussfestigkeit
Geringes Gewicht
Wir fertigen Heizelemente & technische Textilien aus Aramidfasern und mehr
Entsprechend Ihrer individuellen Vorgaben zur gewünschten Heizleistung entscheiden wir, welcher Heizleiter Ihre Wünsche am besten erfüllt und dabei das beste Ergebnis liefert. Außerdem spielt die gewünschte Wärmeverteilung eine große Rolle, in welcher Anordnung der Heizdraht aufgestickt wird. Hierzu erstellen wir vor der Umsetzung ein CAD-Layout, welches erst dann freigegeben und von den CNC-Stickmaschinen übersetzt wird, wenn Sie mit dem Entwurf zufrieden sind. Von der Entwicklung bis zum fertigen Produkt mit Aramidfasern begleiten wir die gesamte Prozesskette. Bei uns sind Sie in guten Händen!
Wenn Sie eine serienfähige Alternative zu klassischen Silikon-Heizmatten für Industrie- oder OEM-Anwendungen suchen, finden Sie auf unserer zentralen Themenseite eine technische Übersicht zu Aufbau, Einsatzbereichen und textilen Alternativen.
Dieser Materialvergleich zeigt: Silikon-Heizmatten bleiben für bestimmte Anwendungen relevant. Wenn jedoch Gewicht, flexible Geometrien, textile Integration oder effiziente Serienfertigung entscheidend sind, können textile Heizmatten, z. B. aus Aramid-Vlies eine technisch und wirtschaftlich interessante Alternative sein.
Wir sind Hersteller elektrischer Heizelemente und technischer Textilien
Was sind Ihre Fragen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback und unterstützen Sie mit unserem Fachwissen.
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Häufige Fragen zum Materialvergleich
Silikon-Elastomer und Aramid-Vlies erfüllen bei flexiblen Heizelementen unterschiedliche technische Anforderungen. Die folgenden Fragen fassen die wichtigsten Unterschiede zusammen und helfen bei der Einordnung, welches Trägermaterial für welche Anwendung sinnvoll sein kann.
Was ist der Unterschied zwischen Silikon-Elastomer und Aramid-Vlies bei Heizmatten?
Silikon-Elastomer dient bei klassischen Silikon-Heizmatten als geschlossenes, elastisches Trägermaterial. Aramid-Vlies ist ein textiles Trägermaterial mit geringem Gewicht, hoher mechanischer Belastbarkeit und guter Temperaturbeständigkeit. Der Unterschied liegt vor allem in Gewicht, Flexibilität, Materialstruktur und Integrationsmöglichkeiten.
Wann ist Aramid-Vlies als Trägermaterial für Heizmatten sinnvoll?
Aramid-Vlies ist sinnvoll, wenn ein Heizelement leicht, flexibel und gut in textile oder technische Produkte integrierbar sein soll. Das Material eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Gewicht, Geometrieanpassung, mechanische Belastbarkeit oder textile Verarbeitung eine wichtige Rolle spielen.
Wann sind Silikon-Heizmatten weiterhin geeignet?
Silikon-Heizmatten eignen sich weiterhin für Anwendungen, bei denen eine geschlossene, robuste und elektrisch isolierende Materialstruktur gefragt ist. Sie können sinnvoll sein, wenn das Bauteil nicht textil integriert werden muss und Gewicht oder flexible Formanpassung keine zentrale Rolle spielen.

