Warum gestickte RFID-Antennen statt herkömmlicher Folien-Tags?
Klassische RFID-Inlays auf Folien- oder Kunststoffbasis sind für viele Anwendungen bewährt und bei Millionenstückzahlen kostengünstig. Wenn ein Bauteil jedoch textil bleiben soll, wiederholt gewaschen wird, starker Biegung oder flächigem Druck ausgesetzt ist, stoßen Folien-Inlays an Grenzen. Sie sind steifer als das umgebende Gewebe, können sich unter Mangeldruck abzeichnen und lösen sich bei Biegebelastung vom Substrat.
Das ist kein theoretisches Problem. In der industriellen Mietwäsche führen abgelöste Inlays zu Fehllesungen bei der Bestandserfassung. Bei Schutzausrüstung erzeugen starre Tags unter der Ausrüstung Druckstellen.
Mit der CNC-Sticktechnologie (Tailored Wire Placement, TWP) bringt Embro leitfähige Fäden oder feinste Drahtlitzen direkt auf das gewünschte Trägertextil auf. Die Antennenstruktur wird Teil des Textils, nicht ein auf das Textil aufgebrachtes Fremdteil.
Flache, haptisch neutrale Integration: Die Antenne liegt bündig im Textil, ohne das Gewebe auszubeulen oder zu versteifen. Lediglich der Chip bleibt als kleines starres Element bestehen. Geeignet für Bekleidung, PSA und Medizintextilien, bei denen Tragekomfort und Patientensicherheit keine Kompromisse erlauben.
Hohe Wasch- und Medienbeständigkeit: Gestickte Leiterstrukturen sind mechanisch fester Bestandteil des Textils. Je nach Fadenmaterial, Trägertextil und Kapselungsverfahren lassen sich die Antennen für industrielle Waschzyklen, Trocknung und chemische Reinigungsmittel auslegen. Die Waschbeständigkeit wird projektspezifisch validiert.
Exakte Frequenzanpassung: Form, Maße und Anschlusspunkte werden auf Ihr Endprodukt zugeschnitten. Da Trägermaterial, Chip, Feuchte und Einbausituation die Resonanzfrequenz beeinflussen, überprüfen und optimieren wir die Abstimmung gemeinsam mit Ihnen im Prototypenstadium. Ohne diesen Schritt bleibt die Reichweite im Endprodukt Zufall.
Temperatur- und Extrembereichseignung: Durch Spezialdrähte (z. B. Edelstahllitzen) und hitzebeständige Substrate (Aramid, Glasfaser) sind textile Antennen auch für erhöhte Temperaturen geeignet. Die Temperaturgrenze der Gesamtkonstruktion wird in der Regel vom Chip und seiner Verbindung zum Leiter bestimmt, nicht von der Antenne selbst.